Für Ungeduldige

Der Autor wuchs im Drei-Seen-Land auf, studierte erst Medientechnik, rutschte aber ab ins Lehramt. Nach über einem Jahrzehnt in der Fremde kehrte er heim – mit Königin und kleinen Monstern im Gepäck. Namen entfallen ihm schneller, als ihm lieb ist – aber Geschichten begleiten ihn auf eigentümliche Weise.

Aber bist du wirklich -dafür- gekommen?

„Liebe Mutter, ich stecke im Uhrkasten!“

Die Szene ist düster. Die Türe in jener verfluchten Stellung, die sie schon das Schlimmste erahnen lässt, ehe die arme Geiß eingetreten ist.

Und dann die stillen Zeugen der letzten Momente ihrer Kinder: Umgeworfene Stühle, zerbrochenes Geschirr und zerfledderte Betten. Die Alte zerrinnt vor Schmerz – da hört sie Engelszungen.

„Liebe Mutter, ich stecke im Uhrkasten!“, offenbart das jüngste Geißlein. Was will das heißen, wenn nicht: „Es ist noch Zeit.“

Obwohl sich das Stück dem Ende nähert, ist der letzte Vorhang noch nicht gefallen.

NA, und da kommen wir zu dir und zu mir

Willst du mir weiß machen, du bist noch nie nach Hause gekommen, nur um diesen teuflischen Wolf dabei zu erwischen, wie er deine Träume, deine Hoffnung, deine Zukunft frisst?

Manche haben das Untier sogar geheiratet. Und wenn uns die leise Stimme dann erinnert, dass noch Zeit ist, die Ärmel hochzukrempeln und das Mistvieh samt seinen gesäten Zweifeln und Ängsten in den Brunnen zu stoßen – dann sollte man das verdammt nochmal anpacken. Oder?

Senfbekleckerter Wolf in Unterhemd vor Fernseher

Stay a while and listen

Ich komm ja schon zu der verdammten Biographie. Die Kurzfassung ist oben! Trotzdem, zu meiner Schullaufbahn sei nur eins gesagt: Lange bevor ich Deadpool kennen und lieben lernte, habe ich als kleiner Scheißer die vierte Wand durchbrochen. BOOM.

Dann kamen meine Lehrjahre. Dreizehn Bücher über Weihnachten? CHECK (Okay, zugegeben: Sie waren dünn und hauptsächlich Herzschmerz-Zeugs, aber hey!)

Nach dieser Episode zeigte sich ein klares Muster – ob nun bei Film, Buch oder Spielen: Ohne Rücksicht auf Verluste versank ich in Story-lastigen Fantasy und Sci-Fi Werken.

Es führte kein Weg an der ersten Fanfiction vorbei, den obligatorischen Gedichten in längst verfallenen Foren, Kurzgeschichten über Gilbert, das Rennschwein und dann mein erstes Mammutprojekt: Handgezeichnete Weltkarte, 20.000 Wörter – leider eingestampft am Weg zum Game Designer.

Nur – der wurde ich nie.

Mein enttäuschtes jüngeres Ich
// Wie sollte sowas mit Familie mal gehen?
// Crunch-Time und Auslandsprojekte?

Der Wolf hatte zugeschlagen.

Ehe man sich versieht, ist Hermes ohne einen weitergezogen und anstatt Welten zu entwerfen, stolperst du durch das Labyrinth deiner Mittzwanziger und stürzt über deinen Zenit.

// But that’s life – right?

Aber so schnell ließ sich der göttliche Funke nicht auslöschen. Die Geschichten kämpften sich getarnt zurück in mein Leben. Als umgeschriebene Pen & Paper-Abenteuer, als Serie von Gute Nacht-Geschichten und so weiter. Bis mich eines Tages das Muhowabohu ereilte.

Sprung in die GEgenwart

So ähnlich spielte es sich in meinem Kopf ab. Als ich mich im darauffolgenden Herbst bei einer Hochzeit wieder einmal dabei ertappte, die Szene und einen möglichen Plot zur Unterhaltung einiger Gäste auszumalen, hörte ich eine leise Stimme.

„Lass uns deine Träume retten, solange noch Zeit ist!“

Baum mit goldenen Kristallen in der Abensonne

Tausend Seiten und zwei Jahre später, ist der erste Teil der Serie veröffentlicht, der zweite in Überarbeitung und der Wolf – der streunt traurig durch die Pampa.

Post Scriptum

Nein, das Muhowabohu hat es nicht in die finale Fassung geschafft. Aber in meinem Herzen, wird es immer einen blutigen, skurrilen und unterhaltsamen Platz einnehmen.

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